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Mitte 2016 wurde der Deutsche Alterssurvey 2014 vorgestellt. Eines der Ergebnisse: Der Blick auf das eigene Älterwerden ist positiver und zuversichtlicher geworden. Nebenstehend als Download sind sowohl als auch der Endbericht hinterlegt. Im Detail besonders Aufschlussreich ist auch der umfangreiche Tabellenanhang zum DEAS2014.

Aus der BMFSFJ Pressemitteilung: Faire Chancen für ein gutes Leben im Alter

Deutschland ist ein Land mit einer hohen Lebenserwartung. Neugeborene Mädchen haben derzeit eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83 Jahren, Jungen von 78 Jahren. Menschen um die 40 Jahre, die also in der Mitte des Lebens stehen, haben im Schnitt noch vier Jahrzehnte in der zweiten Lebenshälfte vor sich.

"Die zweite Lebenshälfte ist vielfältig und das Bild vom Alter wandelt sich zum Positiven!", sagte Manuela Schwesig bei der Vorstellung der Ergebnisse. "Ich freue mich, dass es vielen Menschen in dieser Lebensphase gut geht. Die Mehrheit äußert sich zufrieden, ist bei guter Gesundheit und kann sich auf die Familie als wichtige Stütze verlassen. Es gibt aber auch erhebliche Ungleichheiten, die wir beseitigen müssen, zum Beispiel bei den Einkommen in Ost und West sowie zwischen Männern und Frauen. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Menschen faire Chancen für ein gutes und aktives Leben im Alter bekommen", so die Bundesfamilienministerin.

Zentrale Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys 2014 sind:

Ältere Menschen sind trotz sich verändernder Beziehungsstrukturen gut sozial eingebunden:

  • Waren 1996 noch 74 Prozent der 40- bis 85-Jährigen verheiratet, sind es 2014 nur noch knapp 68 Prozent; andere Lebensformen nehmen zu.
  • Die Wohnentfernung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern wächst stetig, die Häufigkeit des Kontaktes und die Enge der Beziehung sind jedoch über die Zeit sehr stabil.
  • Auch Beziehungen außerhalb der Familie gewinnen an Bedeutung: Freundinnen und Freunde werden wichtiger. Und etwa die Hälfte der Menschen pflegt im Jahr 2014 enge Kontakte zu Nachbarinnen und Nachbarn.

Immer mehr Ältere sind erwerbstätig, viele schaffen aber noch immer keinen nahtlosen Übergang von der Erwerbstätigkeit in die Rente:

  • Der Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 54 bis 65 Jahren hat zwischen 1996 und 2014 deutlich zugenommen. Und auch im Ruhestand gehen immer mehr Menschen einer Erwerbstätigkeit nach.
  • Dabei fühlt sich der Großteil der Erwerbstätigen im Jahr 2014 weder über- noch unterfordert.
  • Das Alter beim Ruhestandseintritt veränderte sich zwischen 1996 und 2014 kaum, aber immer mehr Erwerbstätige planen, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten. Jedoch gelingt immer weniger älteren Erwerbstätigen ein nahtloser Übergang in die Altersrente.

Die Erwerbbeteiligung von Frauen steigt, dies bringt aber auch neue Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf mit sich:

  • Obwohl die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigt, übernehmen sie weiterhin zu großen Teilen die Hauptverantwortung für die Hausarbeit.
  • Erwerbsarbeit und Unterstützungsleistungen für Kinder und kranke Menschen werden häufiger kombiniert – insbesondere von Frauen.
  • Großeltern betreuen 2014 wieder zu einem größeren Anteil ihre Enkelkinder und sind auch immer häufiger gleichzeitig erwerbstätig.

Hinsichtlich der materiellen Lage gibt es weiterhin deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen:

  • Nach wie vor gibt es Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Erwerbstätigen in Ost- und Westdeutschland.
  • Ältere sind weiterhin nicht überdurchschnittlich häufiger von Armut betroffen als Menschen mittleren Alters. Aber die laufenden Kosten für das Wohnen beanspruchen einen steigenden Anteil ihres monatlichen Einkommens.
  • Menschen mit Migrationshintergrund sind in Bezug auf die materielle Lage schlechter gestellt als Personen ohne Migrationshintergrund.

Die Gesundheit hat sich seit 2008 nur bei den Älteren ab 65 Jahren weiter verbessert, Jüngere haben dagegen 2014 mehr gesundheitliche Einschränkungen:

  • Gut zwei Drittel der Menschen in der zweiten Lebenshälfte fühlen sich körperlich kaum eingeschränkt und beinahe 40 Prozent berichten keine oder nur eine Erkrankung. Selbst Menschen mit Mehrfacherkrankungen berichten zu einem großen Anteil eine gute funktionale Gesundheit, sind also bei alltäglichen Tätigkeiten kaum oder gar nicht eingeschränkt.
  • Während Ältere im Jahr 2014 eine bessere funktionale und psychische Gesundheit berichten als noch in den Jahren 2002 oder 2008, hat sie sich bei den unter 65-Jährigen von 2008 bis 2014 verschlechtert.
  • Die 40- bis 85-Jährigen treiben 2014 häufiger Sport als noch 1996 – insbesondere zeigt sich dieser Wandel bei den über 60-Jährigen.

Aus dem DEAS Inhaltsverzeichnis

  • Altern im Wandel: Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey, Katharina Mahne, Julia K. Wolff, Julia Simonson & Clemens Tesch-Römer
  • Daten und Methoden des Deutschen Alterssurveys, Daniela Klaus & Heribert Engstler
  • Länger zufrieden arbeiten? Qualität und Ausgestaltung von Erwerbstätigkeit in der zweiten Lebenshälfte , Janna Franke & Martin Wetzel
  • Der Übergang in den Ruhestand: Alter, Pfade und Ausstiegspläne , Heribert Engstler & Laura Romeu Gordo
  • Engagiert bis ins hohe Alter? Organisationsgebundenes ehrenamtliches Engagement in der zweiten Lebenshälfte , Martin Wetzel & Julia Simonson
  • Einkommen und Armut in Deutschland: Objektive Einkommenssituation und deren subjektive Bewertung , Constanze Lejeune, Laura Romeu Gordo & Julia Simonson
  • Vermögen und Erbschaften: Sicherung des Lebensstandards und , Ungleichheit im Alter
  • Constanze Lejeune & Laura Romeu Gordo
  • Altern nachfolgende Kohorten gesünder? Selbstberichtete Erkrankungen  und funktionale Gesundheit im Kohortenvergleich , Julia K. Wolff, Sonja Nowossadeck & Svenja M. Spuling
  • Was tun wir für unsere Gesundheit? Gesundheitsverhalten in der zweit en Lebenshälfte , venja M. Spuling, Jochen P. Ziegelmann & Jenna Wünsche
  • Heißt krank zu sein sich auch krank zu fühlen? Subjektive Gesundheit und ihr Zusammenhang mit anderen Gesundheitsdimensionen , Svenja M. Spuling, Susanne Wurm, Julia K. Wolff & Jenna Wünsche
  • Glücklich bis ins hohe Alter? Lebenszufriedenheit und depressive Symptome in der zweiten Lebenshälfte, Julia K. Wolff & Clemens Tesch-Römer
  • Pflege und Unterstützung bei gesundheitlichen Einschränkungen: Welchen Beitrag leisten Personen in der zweiten Lebenshälfte für andere? , Daniela Klaus & Clemens Tesch-Römer
  • Auslaufmodell ‚traditionelle Ehe‘? Wandel der Lebensformen und der Arbeitsteilung von Paaren in der zweiten Lebenshälfte , Heribert Engstler & Daniela Klaus
  • Nähe auf Distanz: Bleiben die Beziehungen zwischen älteren Eltern und ihren erwachsenen Kindern trotz wachsender Wohnentfernungen gut? , Katharina Mahne & Oliver Huxhold
  • Zwischen Enkelglück und (Groß-)Elternpflicht – die Bedeutung und Ausgestaltung von Beziehungen zwischen Großeltern und Enkelkindern , Katharina Mahne & Daniela Klaus
  • Zeit gegen Geld? Der Austausch von Unterstützung zwischen den Generationen , Daniela Klaus & Katharina Mahne
  • Wahlverwandtschaften: Sind Freunde für die soziale Integration wichtiger geworden? , Anne Böger, Oliver Huxhold & Julia K. Wolff
  • Allein unter vielen oder zusammen ausgeschlossen: Einsamkeit und wahrgenommene soziale Exklusion in der zweiten Lebenshälfte , Anne Böger, Martin Wetzel & Oliver Huxhold
  • Wohnung und Wohnkosten im Alter , Sonja Nowossadeck & Heribert Engstler
  • Bewertung des Wohnumfeldes in der zweiten Lebenshälfte , Sonja Nowossadeck & Katharina Mahne
  • Soziale Kohäsion in der Nachbarschaft , Sonja Nowossadeck & Katharina Mahne
  • Älter werden – Gewinn oder Verlust? Individuelle Altersbilder und Altersdiskriminierung, Ann-Kristin Beyer, Susanne Wurm & Julia K. Wolff
  • Also, als wir jung waren... Die Einschätzung des Verhältnisses von Alt und Jung , Janna Franke & Julia Simonson
  • Die Lebenssituationen von Personen in der zweiten Lebenshälfte mit und ohne Migrationshintergrund , Daniela Klaus & Helen Baykara-Krumme
  • Wandel von Teilhabe und Integration älterer Menschen – ein politikorientiertes Fazit , Frank Berner, Katharina Mahne, Julia K. Wolff & Clemens Tesch-Römer

Weitere Informationen:

·         http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=225506.html

·         Der Deutsche Alterssurvey (DEAS)

·         Alter als Chance - demografische Entwicklung

·         Demografischer Wandel

Hintergrund des Deutschen Alterssurvey (DEAS)

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine umfassende Untersuchung der Lebenssituation von Menschen in der "zweiten Lebenshälfte". Die mit dem DEAS erhobenen Daten sind Informationsgrundlage für politische Entscheidungsträger, für die interessierte Öffentlichkeit und die wissenschaftliche Forschung. Der DEAS wird vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführt und aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Erhoben werden Daten über die Lebensverhältnisse der Menschen im mittleren und höheren Erwachsenenalter (ab 40 Jahre und älter). Folgende Themenbereiche stehen im Mittelpunkt:

·         Arbeit und Ruhestand

·         Generationen, Familie und soziale Netzwerke

·         Außerberufliche Tätigkeiten und ehrenamtliches Engagement

·         Wohnen und Mobilität

·         Wirtschaftliche Lage und wirtschaftliches Verhalten

·         Lebensqualität und Wohlbefinden

·         Gesundheit und Gesundheitsverhalten

·         Hilfe- und Pflegebedürftigkeit

·         Einstellungen, Normen, Werte und Altersbilder

Die repräsentativen Befragungsergebnisse zeigen, wie sich die Lebenssituation älterer Menschen über die Zeit entwickelt, ob und wie sie sich verändert hat, und welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Generationen von Älteren gibt.

Seit 1996 wurden fünf Befragungswellen durchgeführt. Die letzte Befragung erfolgte 2014.

Die Daten aller Erhebungsjahre sowie ausführliches Dokumentationsmaterial stehen Nutzerinnen und Nutzern für die wissenschaftliche Forschung über das Forschungsdatenzentrum des DZAzur Verfügung.

Der Bericht "Altern im Wandel: Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey (DEAS)" zur Erhebungswelle 2014 ist verfügbar.


Ergänzend sind nebenstehend auch die Vorträge der Veranstaltung "Vielfalt und Wandel des Alters - Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey (DEAS)" vom 05.10.2016 hinterlegt.

  • 20 Jahre Deutscher Alterssurvey Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Institutsleiter Deutsches Zentrum für Altersfragen
  • Ist 60 heute die neue 40? Gesundheit im Kohortenvergleich Dr. Julia K. Wolff, stellv. Projektleiterin DEAS
  • Zu Hause ist es doch am schönsten! Wohnung, Wohnumfeld und Nachbarschaft Dr. Katharina Mahne, Projektleiterin DEAS
  • Länger zufrieden arbeiten? Erwerbstätigkeit und Übergang in den Ruhestand Dr. Julia Simonson, Leiterin Bereich Forschung DZA &
  • Janna Franke, wissenschaftliche Mitarbeiterin DEAS
  • Who cares? Sorgetätigkeiten und ihre Vereinbarkeit mit Erwerbstätigkeit Dr. Daniela Klaus, wissenschaftliche Mitarbeiterin DEAS
  • Ist sich heute jeder selbst der Nächste? Soziale Beziehungen und Einsamkeitsgefühle im Wandel Dr. Oliver Huxhold, wissenschaftlicher Mitarbeiter DZA & Anne Böger, wissenschaftliche Mitarbeiterin DEAS


Weitere Informationen unter: http://www.dza.de/forschung/deas/tagung-2016.html

 

Verknüpfte Artikel:

Veröffentlichung: "Report Altersdaten" vom DZA (2013)

Downloads:

pdf 16 1005 DEAS Veranstaltung Vorträge BAGSO DZA (514 KB)

pdf 16 0600 deutscher alterssurvey 2014 vielfalt und wandel des alters zentr (583 KB)

pdf 16 0500 DEAS2014 Tabellenanhang (338 KB)

pdf 16 0500 DEAS2014 Langfassung (7.72 MB)

Downloads für Mitglieder:

 

 

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