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Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz informiert über das Vorliegen des aktuellen Berichts zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin:

 

Wie ist die Lebenslage älterer Menschen in Berlin? Neuer Bericht analysiert Situation

 

Von den Berlinerinnen und Berlinern im gesetzlichen Rentenalter erhielt am Stichtag 31.12.2009 fast jeder Zwanzigste Grundsicherung im Alter. In den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg betrifft dies mit 10 Prozent, in Mitte mit 8 Prozent und in Neukölln mit7 Prozent die meisten der Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren. 14,1 Prozent der gesamten Berliner Bevölkerung gelten als armutsgefährdet. Das Armutsrisiko ist bei Männern und Frauen ab 65 Jahre fast gleich. Dennoch sind es vorwiegend alleinlebende Frauen, die Grundsicherung im Alter beantragen müssen: in knapp zwei von drei Einpersonenhaushalten mit Grundsicherung im Alter leben Frauen. Über 65-jährige in Berlin lebende Nichtdeutsche tragen ein um mehr als das Siebenfache höheres Armutsrisiko als Deutsche gleichen Alters - sie leben aber häufiger im häuslichen Verband mit anderen Menschen. Mehr als drei Viertel der Grundsicherungsempfänger und -empfängerinnen im Alter ab 65 Jahre in Berlin erzielen zwar Einkünfte aus einer Altersrente, welche aber nicht ausreichen, um unabhängig von staatlichen Transferleistungen zu leben.

Zu diesen und anderen Ergebnissen kommt der Spezialbericht "Zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin - Armutsrisiken und Sozialleistungsbezug". Er erschien in der Reihe zum Sozialstatistischen Berichtswesen Berlin und wurde von den Senatsverwaltungen für Gesundheit sowie für Soziales gemeinsam mit der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin erarbeitet.

Der Bericht analysiert die soziale Lage von Bürgerinnen und Bürgern ab 50 Jahre in Berlin und deren Abhängigkeit von staatlichen Leistungen der Mindestsicherung. Untersucht werden ebenso der Zusammenhang zwischen gesundheitlicher und sozialer Lage und die Entwicklung von Gesundheitszielen in Berlin. Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Behinderung wie auch Nichterwerbstätigkeit oder prekäre Beschäftigung werden als mögliche Armutsrisiken dargestellt.

Prävention und Gesundheitsförderung sind von großer Bedeutung, um den Menschen ein gesundes Altern zu ermöglichen. In fast allen Berliner Bezirken haben sich Gesundheitskonferenzen bereits mit diesem Thema beschäftigt. Besonders für sozial benachteiligte ältere Menschen ist die Kombination von lebensweltorientierten und versorgungsbezogenen Ansätzen der Gesundheitsförderung vielversprechend. Dementsprechend stellt die Landesgesundheitskonferenz Berlin drei Ziele in den Mittelpunkt, um Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter so lange wie möglich zu erhalten:
Strategien und Maßnahmen der sozialraumorientierten Gesundheitsförderung und sozialen Teilhabe ausbauen
Maßnahmen der Bewegungsförderung verbreitern und ältere Menschen motivieren und fördern, sich regelmäßig zu bewegen
die gesellschaftliche Teilhabe psychisch kranker, älterer Menschen und ihrer Angehörigen fördern und adäquate Versorgungsstrukturen weiterentwickeln

Dabei liegt das besondere Augenmerk darauf, die Gesundheitschancen sozial benachteiligter älterer Menschen bzw. in sozial schlechter gestellten Gegenden zu verbessern. Dazu bedarf es verstärkt einer ressortübergreifenden Altenhilfeplanung, die die Verwaltungen einbezieht und den Austausch und die Zusammenarbeit der vielen Akteure im Sozialraum ermöglicht. Nur so ist auf Landesebene möglich, den zunehmenden Risiken der Altersarmut zu begegnen und gesunde Lebensstile auch im Alter zu fördern.

Der Spezialbericht ist nebenstehend abrufbar aber auch  unter: http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/sozial/spezial.html bzw. im Gesundheits- und Sozialinformationssystemunter http://w ww.gsi-berlin.info/

(u.a.:Ab Seite 96: "Armutsrisiken Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Behinderung in der Bevölkerung ab 50 Jahre"; 116 ff "Hilfe zur Pflege nach dem 7.Kapitel"; 148 ff "Zusamenfassung").

 

 

 

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Downloads:

pdf Zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin (7.54 MB)


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