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Aktuell herrscht in Deutschland bereits ein Mangel an Pflegefachleuten, insbesondere in der Altenpflege. Diese Situation wird sich demografisch bedingt verschärfen. Denn die Zahl der Menschen mit Unterstützungsbedarf wird weiter steigen. Dabei erreichen in den kommenden Jahren viele professionell Pflegende das Rentenalter. Parallel sinkt der Anteil an Personen, die dem Arbeitsmarkt überhaupt zur Verfügung stehen. Insgesamt wächst die Konkurrenz um Nachwuchs zwischen allen Berufsfeldern.

Derzeit hat die Politik verschiedene Maßnahmen initiiert – vom Sofortprogramm Pflege über das Pflegeberufegesetz bis zur Konzertierten Aktion Pflege –, um die Pflege attraktiver zu machen und die Personal-Not zu bekämpfen. Es ist jedoch unklar, wie wirksam diese Maßnahmen in Bezug auf eine Stärkung der Altenpflege sein werden, damit der Fachkräftemangel spürbar gelindert werden kann.

Bisher gibt es auch keine umfassenden deutschlandweiten Studienergebnisse, wie Schüler die Pflege als möglichen Job für ihre Zukunft einschätzen und was für sie vor diesem Hintergrund sehr wichtig für eine entsprechende spätere berufliche Tätigkeit wäre.

 

Aus der Presseinformation:

Berufsvorstellungen von Schülern: Altenpflege scheint wenig attraktiv

Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie, wie junge Menschen, die sich ihrer Berufswahl nähern, zum Berufsfeld Pflege stehen.

Befragt wurden 1.532 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren in ganz Deutschland. Die Teilnahme war nur möglich, wenn die Eltern ihr Einverständnis erklärten. Die Jugendlichen sollten die Fragen selbstständig beantworten, bei Verständnisschwierigkeiten oder technischen Fragen durften die Eltern aber helfen.

Schwerpunkte der Befragung waren die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit Pflege und die Einstellungen zur Pflege als mögliches zukünftiges Berufsfeld.

Berufsfeld Pflege

Nur 2,6 Prozent der Jugendlichen hielten es für sehr wahrscheinlich, sich später für die Altenpflege als Berufsfeld zu entscheiden. Bei den Berufseigenschaften, die den Schülern besonders wichtig waren, punktete die Altenpflege kaum.

Altenpflege scheint wenig attraktiv

Einige wichtige Ergebnisse der Studie sind:

Pflegeerfahrungen im Familienumfeld

  • 32 Prozent der Befragten gaben an, dass mindestens eine mit ihnen verwandte Person, die in der Nähe wohnt, pflegebedürftig ist.
  • Von den Befragten, bei denen dies der Fall war, gaben 40 Prozent an, dass sie die Person direkt unterstützen; 47 Prozent helfen indirekt, indem sie ein anderes Familienmitglied entlasten.

Allgemeine Dienstpflicht

  • Fast die Hälfte der befragten Schüler (45 Prozent) stand der Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Frauen und Männer positiv gegenüber.
  • 8 Prozent würden einen solchen Dienst in der Alltagsbegleitung alter Menschen leisten wollen.
  • 3 Prozent würden in einem solchen Dienstjahr am liebsten pflegebedürftige und kranke Menschen betreuen.

Pflege als zukünftiger Beruf

  • 6 Prozent der Befragten hielten es für sehr wahrscheinlich, dass sie einen Beruf aus den Bereichen Kinderkrankenpflege, allgemeine Krankenpflege oder Altenpflege ergreifen werden.
  • Speziell für die Altenpflege gaben dies 2,6 Prozent an. Von dieser Gruppe interessierte sich aber ein großer Teil auch für andere Pflegeberufe.
  • Eigenschaften, die als wichtig für die eigene Berufswahl angesehen wurden und zugleich als untypisch für die Altenpflege, waren z. B. eine gute Bezahlung, freie Wochenenden und genügend Freizeit sowie gesunde Arbeitsbedingungen.

 

 

 

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Hauptkategorie: Pflegerische Versorgung
Kategorie: 5 Fachinfos Pflege
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