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Ende Juli 2018 hat die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung die Broschüre „Pflegefehler, Abrechnungsmanipulation und Gewalt in der häuslichen Pflege“ veröffentlicht. So richtig die Problemwahrnehmung ist, so wichtig ist die grundsätzliche Reflektion des Themas:

 

Die Broschüre greift ein wichtiges Thema für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auf. Unkorrektes Handeln ist für Angehörige oft schwer zu erkennen und die Praxisbeispiele können dabei helfen. Bei offenen Fragen können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen selbstverständlich jederzeit die Pflegedienste unserer Mitgliedsorganisationen ansprechen.

 

Wir verurteilen ebenfalls Gewalt und jede Form von Betrug. Wir fordern, dass Anbieter, die vorsätzlich und nachweislich Abrechnungsbetrug begangen haben, von Kostenträgern zur Verantwortung gezogen werden. Gleichzeitig  muss aber verhindert werden, dass die Branche pauschal verdächtigt wird. Verallgemeinernde Aussagen verunsichern Pflegebedürftige ebenso wie Angehörige und natürlich auch die Pflegekräfte selbst. Die Anbieter mit ihren Pflegekräften pflegen nicht nur jeden Tag, sie beraten, begleiten und unterstützen auch die Angehörigen kontinuierlich. Sie leisten einen wichtigen Dienst für Menschen.

 

Wir benötigen Rahmenbedingungen, die den Ruf der Pflege verbessern. Nur so schaffen wir es, dass sich wieder mehr Menschen für diese wunderbare Tätigkeit entscheiden.

 

Dr. Christiane Panka,

Referentin für ambulante Pflege und Hospize

 

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung vom 26.07.2018:

Pflegefehler, Abrechnungsmanipulation und Gewalt in der häuslichen Pflege – neue Broschüre informiert

Die meisten pflegebedürftigen Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause versorgt werden. Rund ein Viertel der Pflegebedürftigen in Berlin nimmt dafür häusliche Pflegeleistungen ambulanter Pflegedienste in Anspruch. Das sind über 30.000 Menschen. In den meisten Fällen funktioniert das Miteinander aus Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegekräften gut. Doch es kann auch Probleme geben – Pflegefehler oder gar kriminelle Manipulationen. Unregelmäßigkeiten und Fehlverhalten sind im häuslichen Umfeld deutlich schwerer zu erkennen und nachzuweisen als zum Beispiel im Pflegeheim.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat daher gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse und der BARMER eine Broschüre erstellt, die pflegende Angehörige, Pflegekräfte und Pflegebedürftige darüber informiert, wie sie auf Pflegefehler, Abrechnungsmanipulationen oder gar Gewalt reagieren können. Mit anschaulichen Fallbeispielen aus dem Alltag und praktischen Tipps klärt die Broschüre auf und gibt konkrete Hinweise.

Berlins Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat erklärt dazu: „Die allermeisten Pflegedienste und Pflegekräfte leisten eine ausgezeichnete Arbeit und verdienen mehr Wertschätzung. Aber es gibt auch schwarze Schafe und Fehler durch Überforderung. Pflegebedürftige und Pflegekräfte selbst können Opfer von kriminellen Machenschaften oder Gewalt werden. Mit der aktuellen Broschüre wollen wir Pflegebedürftige, ihre Angehörigen aber auch Pflegekräfte selbst stärken und sie dabei unterstützen, Fehler in der Pflege zu vermeiden und zu verfolgen.“

Susanne Hertzer, Leiterin der Landesvertretung Berlin/Brandenburg der Techniker Krankenkasse: „Jeder kann in die Situation kommen, dass ein Angehöriger Pflege benötigt. Gerade wenn dies plötzlich passiert, ist nichts mehr so, wie es vorher war. Die Familien und Freunde leisten Enormes und brauchen unsere Unterstützung – von der Organisation der Pflege bis zur Hilfe in kritischen Situationen. Die Broschüre listet zahlreiche Einrichtungen und Ansprechpartner auf, die weiterhelfen.“

Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER Berlin/Brandenburg: „Häusliche Pflege geschieht im Privaten außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Unregelmäßigkeiten, fallen meist nur nahestehenden Personen auf. Doch viel zu oft wird über Pflegefehler, Gewalt oder Manipulationen geschwiegen, sei es aus Angst oder Scham. Die Broschüre gibt Angehörigen, Pflegebedürftigen aber auch Pflegekräften wertvolle Hinweise, wie Verdachtsfälle angesprochen und wo Hilfe angefordert werden kann.“

Die Broschüre „Häusliche Pflege – Was tun bei Pflegefehlern, Abrechnungsmanipulation und Gewalt?“ beruht auf einer Publikation der Verbraucherzentrale Hamburg, der Techniker Krankenkasse, der BARMER und des Landeskriminalamts Hamburg und wurde auf Berliner Gegebenheiten angepasst.

 

 

Verknüpfte Artikel:

 

Dokumentation „Vermeidung von Gewalt in der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz – Präventions- und Interventionsmaßnahmen in europäischen Staaten“ ...

Broschüre "Was ist wenn …? 24 Fragen zur häuslichen Pflege" der Berliner Senatsverwaltung Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit Rechtslage ab 01.01.2017 (PSG II) ...

 

Downloads:

  pdf 18 0700 SenGPG Broschüre pflegefehler vermeiden 2018 (2.87 MB)

Downloads für Mitglieder:

 

 

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